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Gerade habe ich diesen absolut genialen Brief einer Mutter an die Schulleitung ihrer Tochter Lilith bei Facebook gefunden, mit welchem sie sehr ausführlich und super eindrücklich vermittelt weshalb sie ihre Tochter vom Schulessen abmeldet.

Ihr Schreiben hat mich so berührt, dass ich dieses einem breiteren Publikum zugänglich machen möchte, damit sich noch mehr Menschen anfangen Gedanken über ihre Ernährung zu machen.
Ich möchte gar nicht viele Worte mit einbringen, am besten machst Du Dich gleich daran denn Brief von Judith Turba zu lesen um Dir währenddessen ein eigenes Bild zu machen.

 

Brief bezüglich Liliths Abmeldung vom Schulessen

von ÖkoelvisSeine Mutter, Freitag, 30. November 2012 um 00:37 ·

29.11.2012

Liebes Team der Nachmittagsbetreuung und Elternbeiratsvorsitzende der Salzbödetal-Schule, sehr geehrte Frau Becherer!

Ich möchte mit diesem Brief Stellung dazu nehmen, weshalb ich meine Tochter Lilith vom Schulessen abmelde, da mir dieses Thema sehr am Herzen liegt.

Nun kamen Sie, Frau Becherer, mir zwar heute mit einer E-Mail scheinbar zuvor, in der sie mich auffordern, Lilith vom Schulessen abzumelden, weil Sie die von mir gewünschte Kostform nicht bieten können, aber den Entschluss, Lilith demnächst abzumelden und ihr selbst zubereitetes vollwertiges Essen mitzugeben habe ich schon vor vier Wochen der Nachmittagsbetreuung mitgeteilt.

Die von mir gewünschte Kostform war vegetarisches, vollwertiges Essen, wobei das für mich schon einen Kompromiss bedeutet hätte, den ich privat nur in Ausnahmefällen und nur für meine Kinder eingehe, wenn es sich um biologische Tierprodukte handelt.

Sie schreiben in ihrer E-Mail, dass Lilith kürzlich den Essensraum verlassen hat, als sie nicht wie sonst, auf Beilagen zurückgreifen konnte, da es Pizza mit Putensalami gab ; dass es nicht sein kann, dass Lilith kein warmes Mittagessen bekommt und dass das für sie angeforderte Essen im Müll landet, weil das Lebensmittelverschwendung und wohl nicht in meinem Sinne sei!

 

Lilith besucht jetzt seit drei  Jahren die Salzbödetal-Schule und die Nachmittagsbetreuung, womit wir sehr zufrieden sind und ich das Gefühl habe, dass sie dort gut betreut ist und sich wohl und geborgen fühlt. Dafür danke ich Ihnen.

Allerdings verursacht mir das Thema Mittagessen nun seit drei Jahren ein unwohles Gefühl, da Lilith beim Schulessen die fleischlosen Beilagen und konventionelle Ei- und Milchprodukte isst. Mitte letzten Jahres kündigten Sie an, sich mit dem Thema Mittagessen in einer Arbeitsgruppe zu befassen und danach das Ergebnis bekannt zu geben. Zu Beginn dieses Schuljahres 2012 wurde der Essenslieferant gewechselt, von einem Essensanbieter, der täglich gekochtes Essen lieferte, zu einem Tiefkühlanbieter, von dem das Essen in der Schulküche aufgewärmt wird; ohne weitere Bekanntgabe der Ergebnisse Ihrer Arbeitsgruppe.  Welche Aspekte Sie dabei als wichtig erachtet haben, habe ich ehrlich gesagt entweder nicht mitbekommen, oder verdrängt.

Bei beiden Anbietern handelt es sich um sogenanntes „kindgerechtes, vollwertiges Essen“ aus konventionellen Quellen, wobei sich der Begriff „vollwertig“ nicht auf die Naturbelassenheit einzelner Lebensmittel, sondern auf die jeweilige Zusammenstellung von Kohlehydraten, Fetten und Eiweißen pro Menü bezieht. Die Beilagen, wie Nudeln und Reis, sind poliert, das heißt, ihnen sind wichtige Nährstoffe entzogen, um sie heller und haltbarer zu machen, was dem Bergiff der Vollwertigkeit widerspricht.  Beide Anbieter stellen täglich auch ein vegetarisches Gericht zur Auswahl, welches aber nicht, oder nur in seltenen Fällen gewählt wird, weil – wie mir eine Nachmittagsbetreuerin erklärte – diese Art Essen von den Kindern nicht gewollt sei. Ein biologisches vegetarisches Essen sei den Eltern zu teuer und ohnehin hier in der Umgebung nicht zu bekommen.

Stattdessen bekommen die Kinder nun täglich, wie gehabt Essen, das konventionelle Tierprodukte enthält, davon drei bis fünf mal wöchentlich mit Fleisch – diese Woche sind es laut Plan fünf Gerichte, die Fleisch enthalten.

Bei dem vorherigen Lieferanten habe ich einmal versucht, herauszufinden, woher die Tierprodukte kommen, nachdem Sie mir sagten, das Fleisch und die anderen Tierprodukte würden von „Gut Eichenfeld“ bezogen. Dass es sich bei „Gut Eichenfeld“ nicht etwa um einen idyllischen Bauernhof, sondern um einen Großhändler handelt, der mir nicht sagen wollte, woher er seine Tierprodukte bezieht, ließ für mich darauf schließen, dass die „Produktionsorte“ der Fleisch- und Milchprodukte alles andere als vorzeigbar sind. Beim neuen Anbieter erspare ich mir das Nachforschen, weil es sich für mich jetzt ohnehin erübrigt. Ob der neue Anbieter, wie der vorherige, deklarationspflichtige Zusatzstoffe verwendet, weiss ich nicht und dies wird ab jetzt auch kein Thema mehr für uns sein.

Es wundert mich, dass Lilith den Essensraum nur verließ, wenn sie nicht auf halbwertige Beilagen, wie weißen Reis mit Gemüse, Kartoffelspalten mit Gurkensalat, oder Gnocchis pur ausweichen konnte, weil Lilith weiß, was die Kinder neben ihr täglich auf ihren Tellern haben. Ich weiß, dass sie das im Grunde genommen traurig macht.

Weil ich sie wahrheitsgetreu erziehe und sie schon früh kindgerecht unter anderem über unser Ernährungssystem aufgeklärt habe, um ihr verständlich zu machen, weshalb ich mich für eine biovegane Lebensweise entschieden habe, weiss sie genau, was es beispielsweise mit der Putensalami auf der Pizza ihrer Freunde auf sich hat. Sie weiß nicht nur, dass es sich bei Puten um soziale freundliche Tiere handelt, die an ihrem Leben hängen, sondern auch, dass selbst wenn sie biologisch gehalten werden und somit mehr Platz zum Bewegen haben und in den Genuss von Tageslicht kommen, einer Schlachtung in einem Großschlachthof nicht entgehen.

Lilith weiß nicht nur, dass die Tötung der Tiere, die zu Fleisch verarbeitet werden gewaltsam und gegen ihren Willen geschieht, sie  ist sich mittlerweile auch bewusst über die Umweltauswirkungen, die die moderne Tierhaltung mit sich bringt; und zwar weil es sich um ihre Zukunft handelt, die durch menschlichen Egoismus und Unbewusstheit gefährdet ist und weil ich es für wichtig halte, Kindern auch unschöne Fakten nahezubringen, damit sie möglichst früh Zusammenhänge erfassen und Verantwortung für ihr eigenes Konsumverhalten übernehmen können.

Sie kennt Bilder von Google Earth, auf denen gerodete Regenwaldgebiete zu sehen sind, auf denen Gen-Soja als Futtermittel für Masttiere angebaut wird. In acht Jahren wird der Regenwald in Borneo verschwunden sein.  „Das sieht wie eine Krankheit aus…wie, wenn jemand Haarausfall hat“, meint sie dazu! Ich habe ihr erklärt, dass der Regenwald essentiell ist für saubere Luft, die wir zum atmen brauchen und dass sich auf vom Sojaanbau ausgelaugten Böden viele Jahrzehnte kein Leben mehr einfinden wird.

Es sind  50% der globalen Getreideernte und 90% des  Sojaertrages, die an Tiere verfüttert werden, während im Trikont täglich tausende, auch Kinder in Liliths Alter an Hunger sterben. Wenn die Menschheit auf Tierprodukte verzichten würde, würde die gesamte Menschheit mehr als satt werden. Das, was durch die moderne globale Agrarindustrie an Lebensmittelverschwendung geschieht, stellt ein weggeworfenes Stück Pizza in den Schatten; auch wenn das ganz und gar nicht in meinem Sinne ist, da haben Sie Recht.

Dass ich als Veganerin ein Jahr lang ununterbrochen duschen könnte, um auf den Wasserverbrauch eines konventionellen Fleischessers zu kommen, findet Lilith erstaunlich. Ich versuche ihr klar zu machen, wieso sauberes Trinkwasser so wichtig ist und dass bereits Menschen an Wassermangel leiden, wobei das erst der Anfang ist, von dem, was die Menschheit in naher Zukunft erwarten wird, selbst wenn sich bald viele der Auswirkungen ihres Verhaltes bewusst werden und dies ändern.

Der Konsum von Tierprodukten verursacht mehr CO2, als der gesamte Verkehr inklusive Flugzeuge.

Wenn ich unsere Lebensweise als gewaltfreie Ernährung bezeichne, weiß Lilith, dass dies nicht nur auf Tiere bezogen ist.

Dass sie  angesichts  dessen, was sie bereits in ihrem jungen Alter zum Thema versteht,  überhaupt einen Bissen der Beilagen hinunter bekommt , während ihre Freunde vor ihren Fleischmahlzeiten sitzen, finde ich bemerkenswert!

Sie weiß, dass ihre Freunde all das nicht wissen und dass es nicht ihre Aufgabe ist, den anderen Kindern davon zu erzählen. Versuche von ihr diesbezüglich stießen auf völliges Unverständnis, weil jegliche Grundlagen dafür fehlen.  Ich sagte ihr, dass es Aufgabe der Eltern und Lehrer sei, das alles zu erklären, auch wenn das bisher nicht geschah.  Die Frage, weshalb das so ist, beschäftigt sie oft. Ich sage ihr dann, dass vielen Erwachsenen selbst noch nicht klar ist, wie das eine mit dem anderen zusammenhängt und daß das System, in dem wir leben, und an welchem sich einige Konzerne bereichern, nur funktioniert, wenn viele Leute vieles nicht wissen.

Lilith bekommt mit, wie ich mich mit Bekannten,  über solche Themen unterhalte. Wobei manche Bereiche nur in ihrer Abwesenheit besprochen werden können, weil sie diese weder verstehen, noch psychisch verarbeiten könnte.

Allerdings ist der vordergründigste Aspekt für Lilith selbst, dass sie Tiere als ihre Freunde ansieht, die man nicht isst. Tierliebe bzw. Tierfreundlichkeit – genau wie Menschenfreundlichkeit – , welche einige Rassen ausschließt,  ist egoistischer Natur und von wahrer Freundlichkeit weit entfernt.  Die Aussage, man mag Hunde, Katzen und Pferde, fände ich passender, anstatt zu sagen, man sei tierlieb.  Und selbst wenn man Tiere nicht besonders mögen würde, bestünde kein Grund sie zu töten. …besonders nicht heutzutage, wo die leckersten Ersatzprodukte und Hülsenfrüchte aus aller Welt überall günstig erhältlich sind.

Eine Ihrer Töchter, liebe Frau Becherer, fragte mich einmal nach einem Gespräch mit einer Nachmittagsbetreuerin, ob es wirklich wahr sei, dass Tiere für die Erzeugung von Fleisch getötet werden! Ich bin mir sicher, dass Sie ihre Kinder gemäß Ihrer Wertvorstellungen erziehen, aber die Tatsache, dass ein achtjähriges Kind, das scheinbar mehrmals die Woche Fleisch serviert bekommt, nicht weiß, worum es sich dabei handelt, hat mich doch sehr verwundert. Eine andere Freundin von Lilith wollte sich, nachdem Lilith ihr erklärt hatte, wie Fleisch hergestellt wird, vegetarisch ernähren, was ihr leider von ihrer Mutter verboten wurde.

Wäre ich nicht beruflich so eingespannt und hätte mehr Zeit, würde ich dieser Mutter die Angst nehmen, ihr Kind erleide durch eine fleischlose Ernährung einen Mangel, in dem ich ihr vielleicht eine Liste der Spitzensportler gebe, die sich vor allem aus gesundheitlichen Gründen vegan ernähren. Darunter der Bodybuildingweltmeister und Arzt Alexander Dargatz, der dreifache Gewinner des Ironman Hawaii, Brendan Brazier, Mike Tyson, oder  der stärkste Mann Deutschlands, Patrick Baboumian, nur um auch Ihnen einmal einige zu nennen, die ganz ohne Tierprodukte auskommen und sich trotzdem auf den Beinen halten können; da Sie mich damals, vor fast drei Jahren quasi mit den Worten begrüßten , dass ich, als Veganerin aber wissen müsste, dass meine Kinder Eisen brauchen. Dies hat mir damals die Sprache verschlagen und ich fand es anmaßend, zumal sie mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannten, geschweige denn wissen konnten, dass ich mich seit Jahren mit Ernährungsthemen befasst hatte. Sie können sich sicher sein, dass ich weiß, und auch damals schon wusste, woraus ich und meine Kinder unsere Nährstoffe beziehen, ohne dass dabei andere zu Schaden kommen.

 

Ich bin mir auch im Klaren darüber, dass die Tiere, die  auf den Tellern der Kinder  landen, nicht nur in dunklen Hallen in ihrem eigenen Kot aufwachsen und mit Tonnen von Antibiotika, Schmerzmitteln und teilweise auch Psychopharmaka behandelt werden, damit sie die psychischen Begleiterscheinungen überstehen (auch Kühe, Schweine, Hühner und Puten haben nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, die nicht neu sind, eine Psyche); sondern auch, dass sie mit Futtermitteln gemästet werden , die gentechnisch veränderte Organismen enthalten, was im Gegensatz zu den Endprodukten nicht deklariert werden muss. Dieser Tatsache sind sich viele nicht bewusst und die Folgen sind mittlerweile absehbar, auch wenn man über staatliche Medien wenig darüber erfährt. Selbst wenn sich die gesundheitlichen Auswirkungen in Grenzen halten würden, bestünde Grund genug, die Firma Monsanto zu boykottieren, welche ja bekanntermaßen ungeniert über die Lebensexistenz armer Menschen geht und sich um Umweltschäden nicht schert. Auch Spuren von Pestiziden und Fungiziden, die durch Futtermittel in Fleisch, Milch- und Eiprodukte, zu denen auch oft konventionelle Nudeln gehören, gelangen, sind nicht zu vernachlässigen.

 

Antibiotikamissbrauch und Gentechnik ist für die meisten meiner Bekannten Grund genug, nur biologische Tierprodukte zu kaufen, bzw. diese ganz zu meiden.  Wenn man sich eingehend mit den Hintergründen der Agrarbetriebe und dem Thema Gentechnik befasst, sollte man es für eine Zumutung halten, Kindern so etwas zu essen zu geben (..und nicht nur Kindern).

Unsere Kinder werden von Geburt an mit diversen Umweltgiften konfrontiert, weswegen man Vermeidbares vermeiden sollte. In dieser Hinsicht fällt mir nun ein Stein vom Herzen, wo ich weiß, dass meine Tochter entsprechende Ei- und Milchprodukte nicht mehr mitisst. Bisher war ich in einem Zwiespalt und bin diesen Wahnsinns-Kompromiss eingegangen, weil ich mein Kind nicht in einer Aussenseiterposition mit einem Extra-Essen wissen wollte.

Einige Punkte, wie die Thematik der sogenannten Schlachtfehler, oder das Leid, das in der modernen Ei- und Milchindustrie erzeugt wird, möchte ich jetzt nicht näher ausführen, obwohl letzteres für mich der Hauptgrund ist, weshalb ich keine Milchprodukte esse.

 

Jeder einzelne dieser Gründe ist es mir wert, die Lebensmittel für meine Kinder bewusst zu wählen. Und ich finde es seltsam, dass Sie auf Informationen, wie zum Beispiel die Vegan-Broschüre,  die ich Ihnen gab und in der viele dieser Aspekte genannt werden, so gut wie nicht eingegangen sind und mir sagten, dass eine Änderung dieser Orts nicht zu erwarten sei. Ein einzelnes vegetarisches Essen sei auch nicht möglich. Bei meiner jüngeren Tochter im Odenhausener Kindergarten stellt dies kein Problem dar. Ich gehe davon aus, dass Sie das Heft nur überflogen haben; sonst hätten Sie sicher die genannten Fakten im Internet überprüft und wären zumindest mit mehr Verständnis auf mich zugekommen. Ich hatte oft das Gefühl, dass sie dieser Thematik ein wenig ausweichen.

Ich finde es generell mehr als schade, dass merkliche Veränderungen bisher eher in Großstädten vor sich gehen. In Berlin und vielen anderen Städten würde ich mit meiner Lebensweise nicht wie hier als Exot gelten. In den USA ist eine biologische, pflanzenbasierte Nahrung schon Teil des Mainstream. Viele befinden sich zwar auch dort noch in einem bewusststeinsmäßigen Tiefschlaf, aber immer mehr Menschen wollen nicht mehr als Spielbälle lebensverachtender Industrien dienen und werden sich darüber bewusst, dass sie von den Medien keine Aufklärung erwarten können.  Von der Politik auch hier zu Lande, die , wie Sie sicher wissen, von multinationalen Konzernen abhängt, ist keine Änderung zu erwarten.

Aufklärung und Veränderung müssen von der Gesellschaft selbst ausgehen. Und das wäre auch  hier in Salzböden leichter möglich, als viele meinen!, Wenn man nur unseren Kindern zuliebe ein wenig Enthusiasmus für eine Umstellung  und Offenheit für notwendig Neues  aufbrächte.  Mal abgesehen davon, dass der Kompromiss einer biovegetarischen Kost wirklich mittlerweile als normal gelten sollte.

Ich hätte mir gewünscht, dass Sie eine derjenigen Personen sind,  die für gewisse Informationen offen sind und diese nicht ablehnen, nur weil sie unzeitgemäßen Traditionen widersprechen. Sie schreiben in Ihrer Mail, dass sie im Vorstand über Liliths Essenssituation gesprochen und versucht haben, für alle Beteiligten eine gute Lösung zu finden. Ich bedaure es, dass diese Lösung, die Konsequenz meine Tochter ab Dezember vom Schulessen abzumelden, im Grunde genommen nur Lilith und nicht allen Kindern zugute kommt.

Würde sich eine Dorfschule wie unsere an städtischen Vorreitern orientieren, hätten die Kinder noch mehr Grund, stolz auf ihre Schule zu sein, als sie das ohnehin schon sein können. Dann könnten sie später einmal sagen, dass sie eine der ersten Schulen waren, die auch in Sachen Ernährung zeitgemäß gehandelt haben.

Wenn die Eltern der anderen Kinder auch bisher nicht bereit sind, für gesundes, nachhaltiges Essen mehr zu bezahlen – was ich wie gesagt nur aus dritter Hand weiß – ist das für mich schwer nachvollziehbar und ich gehe davon aus, dass dies wahrscheinlich auf einem Mangel an Informationen beruht, den ich niemandem vorwerfen möchte.  So hoffe ich doch, dass eine Entwicklung, die auf eine gesunde Zukunft für unsere Kinder hoffen lässt, auch hier im Ort spürbar sein wird.

Wenn sie sich auch durch ein paar momentane Propaganda-Artikel in verschiedenen Massenmedien ein wenig verzögert, wird eine Veränderung nicht aufzuhalten sein. Gewisse Interessengruppen bekommen nun kalte Füße, weil sie durch die zunehmend veränderte Nachfrage hin zu fleischloser, ökologischer Ernährung ihre Monopole gefährdet sehen.

 

Vielleicht werden sich mehr Eltern anderes Essen wünschen , wenn meine jüngere Tochter in zwei Jahren die Schule besucht. Falls nicht, werde ich auch für sie selbstzubereitetes Essen – das übrigens nicht, wie Sie betonen, immer warm sein muss – mitgeben.  Für mich mit Beruf, Studium und bevorstehenden Prüfungen, hat sich das Schulessen aus organisatorischen Gründen zwar gut angeboten, aber die Zukunft und die Gesundheit meiner Kinder sind es mir wert, meine Tagesplanung nun dementsprechend umzugestalten.

Was die Kosten betrifft, bin ich mir fast sicher, dass das biovegane Essen, das ich ab jetzt für Lilith zu mittag zubereiten werde, die bisherigen Kosten nicht übersteigen wird. Aber selbst wenn es so wäre, würde ich am Essen für sie nicht sparen wollen, da sich meine Wertmaßstäbe offensichtlich von denen anderer Eltern unterscheiden.

 

Gern bin ich bereit für Gespräche mit Ihnen und anderen Eltern von Liliths Schulfreunden, von denen ich viele noch gar nicht persönlich kenne. Meine Erfahrungen im Bereich Vollwerternährung, die ich in Seminaren beim UGB vor meinem Studium und im Alltag mit der veganen Ernährungsweise gesammelt habe, würde ich gerne auch in Form von gemeinsamen Kochtreffen weitergeben und freue mich über Austausch und neue Anregungen.

Weil ich meine Erfahrungen und Ansichten diesbezüglich gern mit anderen Eltern teilen möchte, werde ich dieses Schreiben auf Wunsch weiterleiten und in Internet-Foren zum Thema posten.

Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Vorweihnachtszeit und lege Ihnen die neuste Ausgabe der Zeitschrift „Regenwaldreport“ und einen kurzen Text über die Philosophie der veganen Lebensweise bei, die mich in dieser Thematik bestärkt.

 

Mit freundlichen Grüßen, Judith Turba

Hier einige Literaturempfehlungen für diejenigen, die sich mit dieser Thematik beschäftigen wollen:

 

Mit Gift und Genen: Wie der Biotechkonzern Monsanto unsere Welt verändert“ von Marie-Monique Robin

Ernährung für ein neues Jahrtausen“ von John Robis

Vollwert-Ernährung: Konzeption einer zeitgemäßen und nachhaltigen Ernährung“ von Prof. Dr. Claus Leitzmann u.a.

Unser ausgebrannter Planet – Von der Weisheit der Erde und der Torheit der Moderne“ von Thom Hartmann

Wie ich verlernte Tiere zu essen“ von Marsili Cronberg

Anständig Essen“ von Karin Duve

Die Natur schlägt zurück: Antibiotikamissbrauch in der intensiven Nutztierhaltung und Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt“ von Hermann Focke

Die Ernährungslüge: wie uns die Lebensmittelindustrie um den Verstand bringt“ von Hans-Ulrich Grimm

Die Ernährungsdiktatur: Warum wir nicht länger essen dürfen, was uns die Industrie auftischt“ von Tanja Busse

Wir lassen sie verhungern“ von Jean Ziegler und Hainer Kobler

Die neuen Herrscher der Welt und ihre globalen Wiedersacher“ von Jean Ziegler

Wir sind der Wandel – warum die Rettung der Erde bereits voll im Gang ist und kaum einer es bemerkt“ von Paul Hawken
…bei Bedarf noch viele Bücher und auch Filme mehr

Einfach genial und sehr fundiert geschrieben, vielen Dank meine liebe Judith Turba für diese Worte die berühren und bewegen.
Ich hoffe in Zukunft werden sich mehr Menschen so engagiert und couragiert  für das Wohle aller einsetzen. Hut ab.

 

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